Jump to main content

Felix Behrmann

Aktuelle Position:Consultant bei d-fineseit 07/2023
Vorherige Stationen:WHB an der Universität zu Köln2019 - 2022
Abschluss:Wirtschaftsmathematik (B. Sc.)2020
 Wirtschaftsmathematik (M. Sc.)2023

Warum haben Sie an der Universität zu Köln studiert?

Für mich kamen mehrere Faktoren zusammen: Köln liegt nah an meinem damaligen Wohnort, sodass ich mein soziales Umfeld nicht aufgeben musste und nah an meiner Familie geblieben bin.
Gleichzeitig empfinde ich Köln einfach als eine lebenswerte und vielseitige Stadt, das war mir auch neben dem Studium wichtig. 
Inhaltlich hat mich der Studiengang Wirtschaftsmathematik gereizt, vor allem auch wegen des guten Rufs der Uni. Ich habe mir durch die Wahl des Studiengangs „Wirtschaftsmathematik“ erhofft nicht nur Mathematik zu lernen, sondern auch Einblicke in die etwas praxisnäheren Wirtschaftsfächer zu erhalten. Nicht zuletzt war die Universität zu Köln zu diesem Zeitpunkt als Exzellenzuniversität ausgezeichnet, was für mich ein zusätzliches Argument war hier zu studieren.


In welchem Bereich haben Sie sich während Ihres Studiums spezialisiert?

Nach den für alle Studierenden identischen Einführungsveranstaltungen habe ich mich im Bachelor auf angewandte Mathematik und theoretische Informatik fokussiert. Im Master habe ich diesen Schwerpunkt weiter vertieft, insbesondere in Graphentheorie, Algorithmen & Datenstrukturen und mathematischer Optimierung. Als wirtschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt habe ich VWL gewählt.


Was aus dem Studium können Sie in Ihrem Beruf anwenden?

Ehrlich gesagt hat meine tägliche Arbeit eher wenig mit den konkreten Studieninhalten zu tun. Als IT-Berater bei d-fine koordiniere ich aktuell vor allem die Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und IT. Hier hilft mir das Studium eher indirekt, denn als Mathematiker hat man i.d.R. einen guten Zugang zu technischen Themen, kann sich aber genauso in neue fachliche Problemstellungen eindenken. Auf diese Brückenfunktion hat sich d-fine spezialisiert und diese ist im Beratungsalltag für mich wertvoll. 

Dazu kommen zahlreiche Softskills, welche sich im Mathestudium praktisch nebenbei entwickeln. Darunter fällt Themen strukturiert aufzuarbeiten und Argumente mit Daten und Fakten zu untermauern oder komplexe Probleme hartnäckig und analytisch zu bearbeiten. Im Kern geht es bei meiner Arbeit also weniger um das Anwenden „harter" Mathematik, sondern um Soft Skills. Allerdings gibt es auch Berater bei uns, welche sich mit der Anwendung mathematischer Methoden zur Prozessoptimierung beschäftigen – dort findet man die klassischen mathematischen Methoden auch in der praktischen Anwendung wieder.


Haben Sie sich Ihren Berufsweg in diesem Maße vor Ihrem Studium so vorgestellt?

Ehrlich gesagt nein. Ich habe das Studium damals vor allem danach ausgewählt, was mir schon in der Schule lag, ohne über die spätere Berufswahl nachzudenken. Mir war aber bewusst, dass die Beratung eines der typischen Berufsfelder für Mathematiker ist. Mit d-fine habe ich dann einen Arbeitgeber gefunden, der für mich gut passt, insbesondere der Ansatz der ganzheitlichen Beratung, humane Arbeitszeiten, abwechslungsreiche und flexibel wählbare Projekte und ein angenehmes Team.


Was würden Sie heute als Student anders machen?

Inhaltlich gibt es wenig, was ich im Studium anders machen würde. Allerdings habe ich während des Studiums ausschließlich als WHB für den Programmierkurs und das Programmierpraktikum an der Universität gearbeitet. Im Nachhinein wäre mir die Berufswahl leichter gefallen, wenn ich früher Berufserfahrung außerhalb der Uni gesammelt hätte. Heute würde ich aktiver Praktika oder Werkstudententätigkeiten in der freien Wirtschaft suchen. Die Angebote sind da, und gerade als Studentin oder Student hat man die Freiheit, vieles auszuprobieren, Kontakte zu knüpfen und herauszufinden, was einem wirklich liegt.


Was macht Ihnen an Ihrem jetzigen Beruf besonders viel Freude?

Vor allem die Abwechslung. Auf meinen Projekten habe ich fast jeden Tag andere Themen und neue Probleme auf dem Tisch. Dazu kommt der regelmäßige Wechsel zwischen Projekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Einblicken in verschiedene Branchen und Unternehmen. Außerdem schätze ich, dass ich mich (fast) frei nach meinen eigenen Interessen weiterbilden kann. Zu guter Letzt habe ich mit d-fine einen Arbeitgeber gefunden, dessen Mitarbeiter fast ausschließlich einen MINT-Hintergrund haben. Das führt dazu, dass alle Kollegen ähnlich strukturierte Arbeitsweisen haben und man sich mit allen Kollegen gut versteht.


Welche Aufgaben haben Sie dort?

Aktuell bin ich in einem PMO-Setting bei einem Kunden eingesetzt. Das bedeutet, dass ich die Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und IT koordiniere, Anforderungen strukturiere, Entscheidungsvorlagen für das Management aufbereite und den Überblick über Fortschritt, Risiken und offene Punkte im Projekt behalte. Dazu gehören typische Aufgaben wie das Erstellen und Pflegen von Statusberichten, das Moderieren von Abstimmungsterminen, die Aufbereitung von Daten zur Entscheidungsunterstützung und das Nachhalten von Arbeitspaketen. Je nach Projektphase liegt der Fokus mal stärker auf der inhaltlichen Klärung fachlicher Fragestellungen, mal stärker auf der operativen Steuerung.


Welche drei Tipps haben Sie für unsere Studierenden des Departments Mathematik/Informatik im Hinblick auf Ihr Studium und das spätere Berufsleben?

  1. Sammle früh Berufserfahrung außerhalb der Uni. Werkstudentenstellen und Praktika helfen dir, Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und herauszufinden, was dir liegt.
  2. Gerade zu Beginn des Studiums kann es frustrierend sein. Mein Tipp fürs Studium ist also, dranzubleiben. Mir hat geholfen, früh Kontakte zu knüpfen und feste Lernpartnerschaften aufzubauen.
  3. Bleibt neugierig und legt euch nicht zu früh auf eine Richtung fest. Nutzt die Studienzeit, um euch sowohl im Studium als auch beruflich zu orientieren. Die Berufswege, die einem nach einem Mathestudium offenstehen, sind durchaus vielfältig.