Stand: 26.05.2026
Jie Yu
| Aktuelle Position: | Consultant bei PPI AG | 08/2025 |
|---|---|---|
| Vorherige Stationen: | WHB an der Universität zu Köln (Algorithmische Mathematik und Programmieren) | 10.2020-03-2021 |
| Werkstudentin bei der Generali (Leben/Kranken Underwriting Risks) | 11.2021-10.2022 | |
| Werkstudentin bei Ernst & Young (Business Consulting Risk & Actuarial) | 11.2022-10.2023 | |
| Abschluss: | Wirtschaftsmathematik (B. Sc.) | 2022 |
| Wirtschaftsmathematik (M. Sc.) | 2025 |
Warum haben Sie an der Universität zu Köln studiert?
Für mein Studium an der Universität zu Köln haben mehrere persönliche und fachliche Gründe zusammengespielt. Mir war wichtig, in der Nähe meiner Familie und meines sozialen Umfelds zu bleiben und gleichzeitig das Leben in einer vielseitigen Großstadt wie Köln genießen zu können. Köln empfinde ich bis heute als sehr lebenswerte Stadt mit einer besonderen Atmosphäre.
Auch fachlich hat mich die Universität überzeugt: Der Studiengang Wirtschaftsmathematik hat mich besonders angesprochen, weil er mathematische Inhalte mit praxisnahen wirtschaftlichen Themen verbindet. Außerdem genießt die Universität zu Köln gerade im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich einen sehr guten Ruf und war zu der Zeit als Exzellenzuniversität ausgezeichnet.
In welchem Bereich haben Sie sich während Ihres Studiums spezialisiert?
Nach den grundlegenden Einführungsveranstaltungen, die alle Studierenden absolvieren, habe ich mich im Bachelorstudium auf numerische Mathematik und theoretische Informatik spezialisiert. Im Master konnte ich diese Schwerpunkte weiter vertiefen – insbesondere in den Bereichen Machine Learning, visuelle Analysen und Datenanalyse sowie mathematische Optimierung. Ergänzend dazu habe ich im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich meinen Fokus auf Volkswirtschaftslehre gelegt.
Was aus dem Studium können Sie in Ihrem Beruf anwenden?
Die theoretischen Inhalte meines Studiums kann ich in meinem Berufsalltag zwar nicht immer direkt anwenden, jedoch profitiere ich stark von der analytischen und strukturierten Denkweise, die ich insbesondere durch das Mathematikstudium entwickelt habe. Dadurch fällt es mir leichter, komplexe Fragestellungen schnell zu verstehen, systematisch zu strukturieren und praxisorientierte Lösungen zu erarbeiten.
Haben Sie sich Ihren Berufsweg in diesem Maße vor Ihrem Studium so vorgestellt?
Ehrlich gesagt hatte ich mir meinen Berufsweg vor dem Studium nicht genau so vorgestellt. Mathematik hat mir bereits in der Schule sehr viel Freude bereitet, allerdings unterscheidet sich die Mathematik an der Universität deutlich vom Schulunterricht – insbesondere durch den starken Fokus auf theoretisches Arbeiten und das Beweisen mathematischer Zusammenhänge.
Mir war jedoch schon früh bewusst, dass ein Mathematikstudium viele berufliche Möglichkeiten eröffnet und Absolventinnen und Absolventen in unterschiedlichsten Branchen gefragt sind, beispielsweise in Versicherungen, Banken oder Unternehmensberatungen. Durch meine Tätigkeit als Werkstudentin konnte ich bereits während des Studiums praktische Erfahrungen sammeln und habe dabei festgestellt, dass mich besonders die Arbeit in einem Beratungsunternehmen anspricht. Auch wenn grundsätzlich viele Wege offenstanden, hat sich mein Wunsch, als Beraterin tätig zu sein, vor allem im Verlauf meines Masterstudiums weiter gefestigt.
Was würden Sie heute als Student anders machen?
Rückblickend würde ich während meines Studiums noch mehr praktische Erfahrungen sammeln – beispielsweise durch zusätzliche Werkstudententätigkeiten oder Praktika. Zwar konnte ich bereits neben dem Studium erste Einblicke in die Berufswelt gewinnen, im Nachhinein hätten mir weitere praktische Erfahrungen jedoch noch früher gezeigt, in welchem beruflichen Umfeld ich langfristig arbeiten und welche Themenbereiche ich vertiefen möchte. Außerdem hätte ich dadurch besser verstanden, wie sich die theoretischen Inhalte aus dem Studium konkret in der Praxis anwenden lassen.
Was macht Ihnen an Ihrem jetzigen Beruf besonders viel Freude?
An meinem jetzigen Beruf gefällt mir besonders die große Abwechslung. Als Beraterin arbeite ich an unterschiedlichen Projekten mit verschiedenen Kunden, wodurch ich immer wieder neue Herausforderungen kennenlerne. Genau diese Vielfalt macht den Beruf für mich besonders spannend, da man sich kontinuierlich weiterentwickelt und ständig dazulernt. Durch die wechselnden Projekte bleibt der Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich und bietet die Möglichkeit, in kurzer Zeit viele unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln.
Welche Aufgaben haben Sie dort?
Meine Aufgaben sind aktuell noch sehr vielfältig, da ich meinen fachlichen Schwerpunkt weiterhin entwickle. Ein Teil meiner Arbeit besteht in der Tätigkeit als Business Analystin, bei der ich als Schnittstelle zwischen Fachabteilungen und IT agiere. Dabei analysiere ich Geschäftsprozesse, identifiziere Optimierungspotenziale und entwickle datenbasierte Lösungsansätze.
Darüber hinaus übernehme ich Aufgaben im Projektmanagement und unterstütze die Planung, Strukturierung und Steuerung laufender Projekte. Ein weiterer spannender Schwerpunkt ist derzeit die Integration von KI-Tools in die Arbeit von Beraterinnen und Beratern. Dabei beschäftige ich mich insbesondere mit der Frage, wie neue Technologien sinnvoll eingesetzt werden können, um Arbeitsprozesse effizienter und zukunftsorientierter zu gestalten.
Welche drei Tipps haben Sie für unsere Studierenden des Departments Mathematik/Informatik im Hinblick auf Ihr Studium und das spätere Berufsleben?
- Sammelt möglichst viele praktische Erfahrungen – zum Beispiel durch Werkstudententätigkeiten oder Praktika. Dadurch könnt ihr nicht nur das Gelernte aus dem Studium in der Praxis anwenden, sondern auch herausfinden, welche beruflichen Bereiche euch wirklich interessieren. Gleichzeitig sehen Arbeitgeber es sehr positiv, wenn bereits praktische Erfahrungen vorhanden sind – auch wenn das manchmal bedeutet, dass sich das Studium um ein paar Semester verlängert.
- Baut euch ein gutes Netzwerk aus Freundschaften und Lerngruppen auf. Gerade im Mathematik- und Informatikstudium ist der Austausch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen enorm wichtig. Gemeinsam zu lernen motiviert, erleichtert das Verständnis komplexer Inhalte und macht das Studium deutlich angenehmer. Auch im späteren Berufsleben können diese Kontakte wertvoll bleiben, da viele später in ähnlichen Branchen oder Unternehmen arbeiten.
- Engagiert euch auch außerhalb der Vorlesungen, beispielsweise in der Fachschaft oder bei studentischen Initiativen. Dort bekommt man nicht nur spannende Einblicke in das Studium und den Hochschulalltag, sondern lernt viele neue Menschen kennen und entwickelt organisatorische sowie soziale Fähigkeiten weiter. Außerdem bietet dieses Engagement einen guten Ausgleich zum Studienalltag.