Stand: 29.06.2026
Dr. Svenja Griesbach
| Aktuelle Position: | Postdoktorandin am Lehrstuhl für Informatik an der RWTH Aachen | seit 06/2026 |
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| Vorherige Stationen: | Postdoktorandin an der Universidad de Chile in Santiago de Chile | 2024 - 2026 |
| Abschluss: | Promotion in Mathematik (Technische Universität zu Berlin) | 2024 |
| Wirtschaftsmathematik (B.Sc. & M. Sc.) | 2019 und 2021 |
Warum haben Sie an der Universität zu Köln studiert?
Ich wollte gerne Mathematik studieren, da mir vor allem das Knobeln und Rätseln an mathematischen Problemen schon in der Schule sehr viel Spaß gemacht hat. An dem Studiengang Wirtschaftsmathematik an der Universität zu Köln hat mir damals besonders gefallen, dass der Schwerpunkt zwar deutlich auf Veranstaltungen in der Mathematik lag, es aber dennoch einen kleineren Anteil an Vorlesungen in den Wirtschaftswissenschaften gab.
In welchem Bereich haben Sie sich während Ihres Studiums spezialisiert?
Ich habe relativ schnell gemerkt, dass mir die Vorlesungen zu diskreter Mathematik sowie dem Design und der Analyse von Algorithmen am meisten Spaß machen. So wurde entgegen meinen eigenen Erwartungen die Schnittstelle zwischen der angewandten Mathematik und der theoretischen Informatik zu meinem Lieblingsbereich.
Was aus dem Studium können Sie in Ihrem Beruf anwenden?
Da ich aktuell als Postdoktorandin an einer Universität arbeite, kann ich tatsächlich so gut wie alles aus meinem Studium anwenden. Allerdings stehe ich heute meist auf der anderen Seite: Ich betreue Abschlussarbeiten und Seminare, leite und organisiere den Übungsbetrieb zu den Vorlesungen oder stehe auch selbst mal vor den Studierenden in der Vorlesung. Der wichtigste Teil meiner Arbeit ist allerdings die Forschung. Ich hatte die Möglichkeit, bereits während meines Masterstudiums an einem Forschungsprojekt zu arbeiten, und auch für meine Masterarbeit habe ich damals schon mit einer Gruppe von Professor*innen und Postdoktorand*innen zusammengearbeitet.
Haben Sie sich Ihren Berufsweg in diesem Maße vor Ihrem Studium so vorgestellt?
Definitiv nicht. Gerade während des ersten Semesters hatte ich sehr oft das Gefühl, ich wäre für das Studium nicht „schlau“ genug. Zum Glück hatte ich damals eine Gruppe von sehr lieben Kommilitoninnen, sodass wir uns immer wieder gegenseitig Mut zusprechen konnten. Mir hat das unglaublich geholfen! Dass ich ein paar Jahre später einen Doktortitel in Mathematik haben würde, hätte ich mir damals wirklich nicht vorstellen können.
Was würden Sie heute als Student anders machen?
Ich würde versuchen, mir weniger Druck zu machen. Das ist natürlich immer einfacher gesagt als getan, aber man sollte sich einfach immer wieder einmal in Erinnerung rufen, dass es sehr, sehr viele Leute mit den gleichen Sorgen gibt. Gerade wenn man für das Studium in eine neue Stadt gezogen ist, kommen manchmal sehr viele neue Dinge zusammen. Da hilft es, sich nicht zu hohe Erwartungen an die Anzahl bestandener Vorlesungen im ersten Semester zu machen.
Abgesehen davon gibt es sicher auch ein bis zwei Kurse, die ich nächstes Mal anders belegen würde :D
Was macht Ihnen an Ihrem jetzigen Beruf besonders viel Freude?
Ich halte wirklich sehr gerne Vorträge. Mir macht es einfach sehr viel Freude, komplexe Themen so aufzuarbeiten, dass auch Personen, die sich in einem Bereich noch nicht so gut auskennen, plötzlich neue Dinge lernen und verstehen. Abgesehen davon macht mir auch die Forschung sehr viel Freude, auch wenn das wohl der Teil mit den größten Hochs und Tiefs im Job ist.
Welche drei Tipps haben Sie für unsere Studierenden des Departments Mathematik/Informatik im Hinblick auf Ihr Studium und das spätere Berufsleben?
Nimm gerade am Anfang des Studiums an vielen sozialen Events deines Studiengangs teil. Ein Mathematik- oder Informatikstudium fällt einem wirklich deutlich leichter, wenn man liebe Menschen an seiner Seite hat, die die gleichen, manchmal sehr frustrierenden Probleme durchmachen und mit denen man dann aber auch gemeinsam Erfolge feiern kann.
Besuche die Kurse, die dir Spaß machen. Ich würde mich nicht durch eine bestimmte Veranstaltung quälen, die mir gar keinen Spaß macht, nur weil sie vielleicht gut im Lebenslauf aussehen könnte.
Versuch, immer am Ball zu bleiben. Es ist leichter und bringt mehr, jede Woche ein bisschen etwas zu machen, als sich kurz vor den Klausuren den Stoff von fünf Vorlesungen anzueignen und vor lauter Panik dann doch Klausuren zu schieben.